HM Coastguard at RIAT 2019 - Aviation-Media.com

Das Royal International Air Tattoo konnte 2019 auch eine deutliche Teilnahme seitens der englischen Küstenwache vermelden – insgesamt drei Luftfahrzeuge flogen in Fairford ein. Dies stellt in gewissem Sinne eine Fortführung dar – bis 2015 war der gelbe Sea King der Royal Air Force Rescue während des Flugprogramms zwischen den beiden großen Hangars gegenüber des Zuschauerbereichs abgestellt.

Die heutige Coast Guard, die inzwischen zur Maritime and Coastguard Agency gehört, ist eine uniformierte Teilstreitkraft aber weder eine militärische Einheit noch eine polizeiliche Behörde. Das Einsatzspektrum reicht von verschiedenen Rettungsoperationen (zu See, an der Küste und den Klippen) bis hin zu Umweltüberwachung (Meeresverschmutzung). Dieses weite Spektrum wurde auf dem Air Tattoo durch die vier ausgestellten Luftfahrzeuge deutlich gemacht.

Das Royal International Air Tattoo konnte 2019 auch eine deutliche Teilnahme seitens der englischen Küstenwache vermelden – insgesamt drei Luftfahrzeuge flogen in Fairford ein. Dies stellt in gewissem Sinne eine Fortführung dar – bis 2015 war der gelbe Sea King der Royal Air Force Rescue während des Flugprogramms zwischen den beiden großen Hangars gegenüber des Zuschauerbereichs abgestellt.

Die heutige Coast Guard, die inzwischen zur Maritime and Coastguard Agency gehört, ist eine uniformierte Teilstreitkraft aber weder eine militärische Einheit noch eine polizeiliche Behörde. Das Einsatzspektrum reicht von verschiedenen Rettungsoperationen (zu See, an der Küste und den Klippen) bis hin zu Umweltüberwachung (Meeresverschmutzung). Dieses weite Spektrum wurde auf dem Air Tattoo durch die vier ausgestellten Luftfahrzeuge deutlich gemacht.

HM Coastguard AW189 arriving at RIAT 19

Die Küstenwache betreibt die Hubschrauber und Flugzeuge dabei nicht selbst, sondern hat dies an Unterauftragnehmer ausgelagert. Alle Hubschrauber werden von Bristow Helicopters betrieben (seit 2015 bis 2025), der Vertrag sieht den Einsatz von immer zwei Hubschraubern an allen zehn Küstenwach Stationen in ganz Großbritannien vor. Damit Einsätze immer möglich sind wurden zwei verschiedene Typen für den Betrieb ausgewählt. Einerseits sind dies 12 Sikorsky S-92 von denen 10 jeweils zu zweit auf fünf Basen verteilt sind – und in etwa die gleiche Anzahl Agusta Westland AW189 Hubschrauber, von denen 10 in Paaren auf den anderen fünf Basen stationiert sind. Die zusätzlichen Hubschrauber sind Ersatz im Falle von Wartung. Bis zur Verfügbarkeit der AW189 (der am RIAT anwesende Hubschrauber war zum Zeitpunkt der Show noch nicht mal ein Jahr alt) wurden seitens der Küstenwache AW139 als Zwischenlösung genutzt.

Mit Bezug auf Flugzeuge verwendet die HM Coastguard verschiedene mit Propeller angetribene Maschinen von Cessna (310, 420, F406, 404). Zum RIAT 2019 flog eine Reims-Cessna 406 mit Spezialradar zur Überwachung der Verschmutzung der Meere ein und wurde direkt neben den beiden Hubschraubern im Static Display ausgestellt. Alle Flugzeuge der Küstenwache werden von der RVL Group aus deren Basis auf dem East Midlands Flughafen betrieben. Im Vergleich zu den beiden sehr neuen Hubschraubern stellt die F406 einen Kontrast dar – gebaut 1987 mit der Seriennummer 20.

The Coastguard itself does not operate the helicopters and aircrafts, but all are operated by other subcontracted services. All the helicopters are run by Bristow helicopters since 2015 (contract duration currently set till 2025) and foresee operation of each two helicopters at ten Coastguard stations around UK. To ensure that there are always operations possible, two different helicopters were chosen to fulfil missions. On the one side these are 12 Sikorsky S-92, 10 of them operating in pairs from five bases – and an approximate same number of Agusta Westland AW189 helicopters, 10 of them operating from five other bases. The remaining helicopters are kept as spares. Previously, until the availability of the AW189 (the airframe at RIAT was less than one year old), AW139 helicopters were used as an interim measure.

In terms of aircraft the service uses various propeller driven Cessnas (310, 420, F406, 404). At RIAT 2019, a Reims-Cessna F406 with special radar equipment for the pollution control mission, showed up and was parked next to the two helicopters. All aircraft of HM Coastguard are operated by RVL Group out of their base at East Midlands airport. In comparison to the two fairly new helicopters the F406 is a real old airframe – built in 1987 with serial number 20.

Während der Show am Sonntagmorgen erklärte uns der Winchman des S-92 (von der Station Caernarfon in Wales) ausführlich den Einsatz der Hubschrauber. Beide Modelle verwenden das gleiche Haken und Winden System und ebenso auch die gleiche Spezialausrüstung in Bezug auf Infrarot / optischer Drehturm und sonstige Ausstattungen. In Bezug auf die Leistungsfähigkeit wurde uns veranschaulicht dass man mit den optischen Geräten (Kamera, Nachtsichtbrillen) bei Nacht ein Blinklicht (wie z.B. an einer Sicherheitswest aus dem Flugzeug) aus bis zu 20 Meilen sehen kann, eine Taschenlampe aus bis zu 8 Meiln. Im S-92 sind in der Kabine auf der Backborseite zusätzliche Tanks zur Reichweitenerhöhung eingebaut – dieser Tank stellt dann auch gleich den Unterbau für das medizinische Equipment dar. In der Mitte der Kabine findet die erhöhte Plattform für die Trage ihren Platz, die aus Gewichtsgründen aus Titan gefertigt ist. Auf der Steuerbordseite befinden sich zahlreiche Klappsitze, die aber mit einem Griff entfernt werden können. Vor der medizinischen Station ist auf der Backbordseite die Operator Station mit den zugehörigen Bildschirmen und Konsolen um den Ozean abzusuchen – entweder mit normalen Kameras oder mit Infrarot / Nachtsicht. Die beiden Piloten vorne fliegen den Hubschrauber aus einem digitalen Glas Cockpit.

During the Sunday morning, we had the chance to get the operations of the helicopters explained in detail by the winchman, operating in the S-92 from the station in Caernarfon in Wales. Both aircraft are using the same hook and hoist systems and share as well the other special equipment like the search light / infrared turrets and other equipment. In terms of performance we got the explanation that a stroboscope light (as e.g. attached to life jackets in aircraft) is visible to the equipment and their night vision goggles from 20 miles and more – and a flashlight up to 8 miles. Inside the S-92 in the cabin on the port side an additional tank is installed to add range – the tank is covered with a rack with all the medical equipment. In the middle of the fuselage next to the rack is the elevated platform to position the Stretcher, made of Titanium to reduce weight. The starboard side is occupied with several foldable chairs which can be easily removed. In front of this medical station is on the port side the operator station with the screens and consoles to scan the ocean – either by normal camera or infrared / night vision. The two pilots fly the aircraft from the glass cockpit.

Die Zelle des S-92 bietet zudem eine größere Flexibilität durch die zu öffnende Frachttür hinten – wodurch z.B. Bergretter schnell aus- und einsteigen können. Außen am Hubschrauber ist in den beiden großen Sponsons um das Hauptfahrwerk primär Treibstoff untergebracht – beide können im Notfall vor einer Wasserung oder Landung abgesprengt werden um ausreichend Distanz zwischen Absturzstelle und Treibstofftank zu bringen. Im vorderen Teil beider Sponsons ist zudem jeweils ein Rettungsfloss untergebracht. Ein weiterer Vorteil des S-92 ist die Möglichkeit in der Kabine nahezu aufrecht zu stehen. was im anderen Typ nicht möglich ist.

The S-92 airframe itself offers a lot of flexibility due to rear cargo door – which allows quick on-and-off loading and boarding of e.g. mountain rescue climbers. On the outside in the two sponsons port and starboard next to the wheels the main part of the fuel is carried – and the sponsons can be discharged in case of emergency to ensure separation of the main part of the fuel from the crash site. The front of the sponsons is used to carry one life raft each. One additional key advantage emphasized was the possibility to stand nearly upright in the S-92 – which is not possible in the other type.

Der AW189 bietet dafür im Gegensatz einen großen zentralen Raum, da im Rettungseinsatz normalerweise nur die hintere der vier Sitzreihen eingebaut ist. In diesem großen Raum kann die Trage mit dem Patienten sehr gut untergebracht werden. Die Operator Station und das zugehörige Equipment sind in diesem Typ auf der Backbordseite eingebaut, die Bildschirme und Konsolen entweder an der linken Kabinenwand oder klappbar an der Decke. Zusätzliches Equipment kann im Schacht des Heckauslegers hinter den beiden mittleren Sitzen untergebracht werden.

Obwohl optisch von unterschiedlicher Größe bieten die beiden Typen faktisch nahezu die gleiche Kapazität im Passagierdienst (primär Öl- und Gas-Industrie) – der S-92 kann mit maximal 18 Sitze in sechs Reihen zu drei Sitzen mit einem Mittelgang und der A189 16 Sitze in vier Reihen zu vier Sitzen mit Einstieg über die großen Seitentüren.

The AW189 in comparison offers a huge central area, as in normal operations only the seat row at the rear of the fuselage is installed (from up to four set rows possible). The central open space allows easily to position the stretcher. The operator stations and the necessary equipment is in this aircraft installed on the rear port side, screens and consoles attached either to the port fuselage or foldable from the ceiling of the cabin. Additional equipment can be stored behind the two middle seats in the rear row.

Quite interesting, the two airframes, although appearing different in terms of size, nearly provide the same capacity if used in passenger transport (mainly for the oil and gas industry) – with the S-92 seating 18 passengers in 6 rows with 3 passengers and an aisle whereas the AW189 seats 16 passengers in 4 rows of 4 passengers boarding through the huge side doors.

In Bezug auf die Reichweite bietet der S-92 etwas „längere Beine“, allerdings zeigte die Küstenwache als viertes Fluggerät einen Schiebel S-100 der sich derzeit im Test befindet. Der zentrale Vorteil in der Verwendung dieses unbemannten Hubschraubers sieht die Küstenwache darin den Missionsteil der Suche an die Drohne auszulagern – und sich selbst auf die anstrengende Rettung zu konzentrieren. Dabei wäre die Crew dann vermutlich deutlich weniger erschöpft als wie nach zweistündiger Suche bei Nacht mit Nachtsichtgeräten über einem stürmischen Ozean. Zudem hat die Drohne eine Flugdauer von 10 Stunden – mindestens dreimal so viel wie die Hubschrauber. Die aktuell laufenden Tests zeigen hervorragende Ergebnisse, allerdings steht einem Einsatz neben den reinen technischen und operativen Tests auch noch eine Überarbeitung von Flugregeln sowie Regularien zum Einsatz von Drohnen bevor.

Das moderne Equipment und die ausführlichen Erklärungen hinsichtlich der Verwendung der technologischen Möglichkeiten waren sehr beeindruckend – noch mehr allerdings das Engagement der Crew und deren Interesse immer besser und besser zu werden – um Leuten in Not auf dem Meer und an der Küste das Leben zu retten. Wir möchten uns mit einem dicken „Danke sehr“ bei dem Winchman des S-92 der Station Caernarfon bedanken, der sich für all die Erklärungen und Erläuterungen für uns die Zeit genommen hat.


Photos: Alexander Nieder,  Florian Szczepanek 

Text: Florian Szczepanek

October 2019

In terms of endurance the S-92 offers slightly longer “legs”, but the service displayed during the show as well a Schiebel S-100 currently in test. The key advantage for the service in operating this unmanned helicopter is the capability to transfer the search part to the drone and focus on the challenging rescue operation. Thus the crew is not potentially exhausted during the rescue as if after a two hour search with NVGs in storm on the ocean. Furthermore, the drone has a 10 hour endurance – minimum double or triple the time of the helicopters. The current experiments look very promising, but will require in addition to the pure technical and operational tests as well a re-writing of flight rules and regulations regarding drone operations.

After seeing all the equipment and getting all the explanations, we have been clearly impressed by the technology in use – but even more by the passion expressed by the crews and their interest to become better and better in their main mission – saving the life of people in need on the coast and beyond. We would especially express a BIG “Thank You” to the winchman of the S-92 from Caernarfon station attending RIAT at Fairford, who took the time to explain and review everything with us.