Hyakuri Airshow 2019 - Aviation-Media.com

So wie nahezu jeder Flugplatz der Japanischen Luftwaffe, öffnete auch die Basis Hyakuri (Heimat der letzten Phantoms der Japanischen Selbstverteidigungskräfte, abgekürzt JASDF) am ersten Dezember 2019 ihre Tore für einen Flugtag. Dieser Event wurde auch als Phantom Abschieds Show betitelt, da die japanische Luftwaffe all ihre Phantoms im Jahre 2020 außer Dienst stellen wird. Während des Familientags am Samstag (30. November, nur für Familien und Freunde des Personals der Basis – Fotos waren aber von außen und von den Friedenstürmen möglich) war das Wetter perfekt, der blaue Himmel und die flach stehende Sonne ergaben beste Licht- und Foto-Bedingungen. Der Sonntag startete grau, aber zum Glück klarte es später komplett auf – was dann zumindest für die Vorführungen am Nachmittag die gleichen tollen Bedingungen wie am Vortag schuf.

As nearly every major air force base in Japan, Hyakuri Air Base, home of the last Phantoms of the Japanese Self Defence Forces (abbreviated JASDF) hosted an open house including flying displays on the first day of December 2019. The show was as well marked as Phantom Farewell show, as the JASDF will retire all its Phantoms during 2020. During the family day on Saturday (November 30th, not open to the public but only for families and friends of the base personnel – photos possible from outside / the “Peace Towers”) the weather was perfect, with blue sky which in combination with the low winter sun generated perfect light conditions. Sunday started grey, but thankfully it cleared up completely around lunch time – offering the same fantastic light for the afternoon flights as the day before.

Der Flugplatz Hyakuri liegt etwa zwei Stunden nordöstlich von Tokyo und ist primär für die Luftverteidigung Tokyos zuständig. Neben dieser Aufgabe ist auf dem Platz auch die einzige ausschließlich mit Aufklärung betraute Staffel beheimatet – in Form der 501 Hikotai (Staffel) die mit RF-4 Phantoms ausgerüstet ist. Diese Staffel wird genauso wie die benachbarte 301 Luftverteidigungs-Staffel ihre Phantoms 2020 abstellen. Zusätzlich beheimatet Hyakuri eine Rettungsstaffel mit U125 Such- und Rettungsflugzeugen und UH-60J Rettungshubschraubern. Aufgrund der vorhandenen Flugzeuge bestand die Show also primär aus den Vorführungen von F-4, RF-4 und den Rettungs-Maschinen – was für jeden Luftfahrt Enthusiasten einen tollen Tag versprach.

Hyakuri Air Base, located approx. a two-hour drive northeast of Tokyo has as main mission the air defence of the Japanese capital. Besides this mission the base houses as well the only solely dedicated reconnaissance capability within the JASDF – in form of the 501 hikotai equipped with RF-4s. As the neighbouring 301 fighter squadron, it will turn in the Phantoms in 2020 as well. Besides, a rescue squadron operating U125s search- and rescue aircraft and UH-60Js rescue helicopters is located in Hyakuri as well. Thus the core of the show was formed by F-4s, RF-4s and the rescue aircraft – not a bad combination for aviation enthusiasts.

Das Flugprogramm wurde mit einer F-15 Demonstration sowie dem mit T-4 Trainern ausgerüsteten Japanischen Kunstflugteam Blue Impulse erweitert. Das gesamte Programm umfasste zweimal Starts von jeweils zwei oder drei F-4 und RF-4, welche Formationsstarts, Starts mit anschließenden Tiefflug in vollem Nachbrenner, eine Formation aus sechs Flugzeugen, Vorbeiflüge vor den Zuschauern und simulierte Angriffe auf Bodenziele mit scharfen Abfangen und harten Kurven beinhaltete – alles von den F-4 und RF-4 vorgeflogen. Die Rettungsstaffel demonstrierte die Bergung von verletzten Personen, inklusive dem Abwerfen der Rettungsausstattung mit Fallschirm durch die U125 sowie der Bergung mit Trage durch die UH-60J.

The flying display was enlarged by a F-15 role demo and the Japanese Display Team Blue Impulse – equipped with T-4s. The total program for the day thus consisted of two launches of pairs or three-ships of F-4s and RF-4s, included formation take-offs, take-offs followed by low level flight in full afterburner, a six-ship formation, top-side passes in front of the crowd and simulated strafing runs followed by sharp pull-ups and turns – all performed by F-4s and RF-4s. The rescue wing demonstrated the recovery of people, including the drop of rescue equipment with parachutes from the U125 and the recovery on stretchers by UH-60Js.

Die erwähnte F-15 Demonstration ist relativ kurz und eher eine taktische Demonstration als ein Display – aber besonders der Start und die flache harte Rechtskurve danach, die den Zuschauern die Oberseite der Maschine zeigte, beeindruckte die Besucher. Zwei F-15 hatten für die Show von ihrem Heimatplatz Komatsu nach Hyakuri verlegt.

The mentioned F-15 demo, for the purpose two aircraft relocated from Komatsu airbase to Hyakuri, is relatively short and can be more understood as a tactical demo then a display – but especially the take-off and low level sharp right turn afterwards, showing the top side of the aircraft to the crowd, left a big impression with the crowd.

Die Blue Impulse landeten am Freitag von ihrer Basis Matsuhsima mit sieben Maschinen und flogen ihr Display am Samstag und Sonntag. Leider erlitt eine ihrer Maschinen vor dem Start am Samstag einen technischen Defekt, daher wurde nur eine verkürzte Vorführung mit fünf anstatt der normalen sechs Maschinen gezeigt.

The Blue Impulse, home based on Matsushima Air Base, arrived with seven aircraft on Friday and flew displays on Saturday and Sunday. Sadly, one of their aircraft had a technical failure on Saturday, thus they performed a shortened display with only five T-4s (instead of the normal six-ship).

Ein Teil der Vorführung an den Nachmittagen war ein Alarm Start (QRA). Um diese Demonstration etwas kürzer zu gestalten verlegte die 301. Staffel bereits am Freitag einige F-4EJ Maschinen in den Bereich der ehemaligen Alarm Start Hangars am westlichen Ende des Platzes, außerhalb der Sichtweite der Zuschauer. Als dann die beiden Alarm Start Maschinen ihre Triebwerke vor dem Publikum gestartet hatten und Richtung Startbahn losgerollt waren, starteten zwei andere Maschinen um die Dauer der Simulation zu verkürzen.

Part of the demonstration in the afternoon was a simulated QRA (Quick Reaction Alert) take-off, but to save time the 301 hikotai already relocated on the Friday several F-4EJ aircraft to the former QRA shelters on the western side of the base, outside the view of the spectators. Once the two QRA aircraft started the engines with the according demonstration in front of the crowd and taxied to the runway, two other airframes directly took off and thus gave a quicker impression of this simulated operation.

Um all die Besucher unterbringen zu können begrenzte die Basis einen großen Teil der Rampe vor den Hangars mit Absperrungen ab. Nur die bereits deaktivierten Maschinen standen in eingezäunten Arealen innerhalb dieses Bereichs – alle anderen Maschinen, also sowohl die fliegenden als auch die der statischen Ausstellung, waren um das Areal positioniert.

Logistically the base roped of the biggest part of the ramp in front of the hangars, thereby creating a huge area for the spectators. Only the retired aircraft were positioned in enclosures within this area – all other aircraft – flightline and the static display – around it.

Die statische Ausstellung beinhaltete die hervorragend erhaltenen F-4EJ der Staffel 302, die den Einsatz mit dem Typ im März 2019 beendete und bereits in Misawa auf die F-35 umgerüstet ist. Deren beiden Phantoms, die anlässlich des Abschieds in weiß und schwarz lackiert wurden, waren in einem Hangar in Hyakuri aufbewahrt worden und jetzt nochmals für die Besucher zugänglich. Von den beiden operativen Phantom Staffeln stellte die 501 Hikotai eine RF-4EJ mit und eine RF-4EJ ohne Radarnase aus – wobei die Maschine mit Radarnase das Flugzeug mit der Nummer 905 in blauer Farbgebung war, welches zum Zeitpunkt der Show bereits außer Dienst gestellt war. Die Staffel 301 zeigte ihre mit gelben Elementen sonderlackierte Maschine direkt an der Flightline. Das Flugzeug flog nur nachmittags, weswegen alle Besucher das Flugzeug am Morgen bis zum frühen Nachmittag aus der Nähe fotografieren konnten bis es dann für die Flugvorbereitungen in die Startlinie geschleppt wurde.

The static display included the obviously well preserved F-4EJs from neighbouring 302 hikotai, which ended operations with that type end of March 2019 and has now already converted to F-35s in Misawa. Their two fly-out Phantoms, painted in white and black, where kept in a hangar on base and presented to the public again. From the two still operational Phantom squadrons the 501 hikotai presented one RF-4EJ with and one without the radar nose to the public – the one with the radar nose being the second last blue camo coloured aircraft with number 905 which was not operational anymore at the time of the show. The 301 presented their yellow special painted aircraft directly at the flightline – the aircraft always flew only in the afternoon – thus everybody could photograph the aircraft in the morning until early afternoon close-up – when maintainers pulled the aircraft next to the other ones in the flightline itself.

Zusätzlich zu den in Hyakuri beheimateten Staffeln waren auch mehrere Gastmaschinen präsent. Besonders hervorzuheben ist dabei die F-2 aus Misawa, die auch eine Abschiedslackierung erhalten hatte. Es kann aufgrund der Lackierung davon ausgegangen werden das die entsendende 3 Hikotai die Phantoms in Hyakuri im Verlauf des Jahres 2020 ersetzen wird. Ein weiterer Besucher war eine T-7 Trainer des 11. Schul-Geschwaders aus Shizuhama. Im Gegensatz zu dieser kleinen Maschine war die C-2, die am Freitag nach Sonnenuntergang landete, die größte ausgestellte Maschine. Das Flugzeug kam von der Basis Miho und der große Laderaum konnte während der beiden Show-Tage auch von innen besichtigt werden. Neben der C-2 fand ein VIP Flugzeug für kurze und mittlere Strecken seinen Platz. Letztendlich handelt es sich bei dem Typ um eine Gulfstream G-IV, die aber in der JASDF die Bezeichnung U-4 trägt – die JASDF betriebt fünf der Flugzeuge von Iruma aus.

In addition to the home based squadrons several guests from the JASDF showed up. Special emphasis has to be given to F-2 from Misawa, arriving with fly-out colours as well, as it can be assumed that the 3rd hikotai will relocate to Hyakuri in 2020 replacing the Phantoms there. Another visitor was the basic trainer Fuji T-7, arriving from the 11th Flying Training Wing at Shizuhama. In contrast to this small aircraft the Kawasaki C-2, arriving Friday evening after sunset, was the biggest aircraft on display. The aircraft arrived from its home base in Miho and the large freight room could as well be visited during the show. Next to the C-2 a short and middle range VIP aircraft was parked. In the end Gulfstream G-IV the aircraft is designated as U-4 within the JASDF and five of these aircraft are operated and homebased in Iruma. 

Neben den Flächen-Flugzeugen war auch ein Drehflügler ausgestellt – die japanische Luftwaffe betreibt wie die japanische Armee den Typ CH-47J Chinook in vier Transporthubschrauber Staffeln. Die Maschinen der Luftwaffe sind mit einem Tarnanstrich mit braunen und grünen Tönen auf einer hellbraunen Grundlackierung versehen, womit eine weitere interessante Lackierung vorhanden war.

Next to the fixed wing aircraft as well one helicopter from the Air Force arrived – the JASDF operates next to the JSDGF (Army) as well the CH-47J Chinook in four Helicopter Airlift Squadrons. The aircraft of the Air Force are painted in a camouflage design with tones of brown and green on a basic light brown, adding another colourful element to the static display.

Neben der JASDF entsandte auch die japanische Marine (JMSDF) mit der P-1 eine Gastmaschine. Diese von Kawasaki speziell für die japanischen Bedürfnisse entwickelte vierstrahlige Patrouillen-Flugzeug ersetzt in Japan die P-3C Orion – und ist in Europa aufgrund eines Besuchs einer Maschine des Typs beim Royal International Air Tattoo bekannt.

Next to the JASDF as well the Japanese Navy (JMSDF) sent a visitor in form of a P-1. This four engined patrol aircraft specifically designed by Kawasaki for the Japanese Military is replacing the P-3C Orions – and known to the Europeans due to visits of this aircraft to Royal International Air Tattoo several years ago.

Da die Zuschauer das Areal über die Hauptwache betraten, konnten auch die sogenannten Gate Guards am Eingang der Basis besichtigt werden. Etliche Maschinen sind hier ausgestellt, so zum Beispiel F-86, T-33, T-2, F104 und bereits auch F-4. Neben all den Flugzeugen konnten sich die Besucher (neben der kulinarischen Versorgung) an zahlreichen Ständen zwischen und hinter den Hangars mit Souvenirs versorgen, wobei eine reiche Auswahl von T-Shirts, Handtüchern, Patches, Schlüsselanhängern und Ähnlichem verfügbar war.

As the crowds entered through the main gates, it was as well possible to visit the various gate guards, located at the base entrance. Several aircraft are on display here – including F-86, T-33, T-2, T-104 and F-4s. Besides the aircraft, there was (next to food and drinks) of course the opportunity to do shopping on many sales booths, set-up between and behind the hangars and offering anything the enthusiast wanted – from T-Shirts and Towels to Patches and Key Chains among other.

Da die Show im Winter stattfand, was in Europa die absolute Ausnahme ist, dauerte das Programm auch nur bis ca. 15 Uhr. Danach verließen bereits einige der Gastmaschinen Hyakuri – so zum Beispiel die beiden F-15, die Blue Impulse und der Chinook. Beim Verlassen der Basis zwischen den Gate Guards konnte man festhalten, dass die JASDF der F-4 eine letzte große Show auf deren Heimatbasis bereitet hatte, wobei zwar einige Gastmaschinen unterstützten – aber die Phantom immer im Rampenlicht stand.

Florian Szczepanek, December 2019

Rarely done in Europe, it was a show in winter – meaning the program ran only until 3 PM. Afterwards, several of the static aircraft left – including the F-15s and the Blue Impulse and as well the Chinook. Leaving the base past the gate guards, we concluded that the JASDF gave the F-4 Phantom a deserved last big show on this base, supported by guests but always keeping the iconic aircraft in the spotlight.