Iniochos 2019 - Aviation-Media.com

Nach dem sehr erfolgreichen und interessanten Besuch bei Iniochos 2018 war die Entscheidung die Übung im Jahr 2019 zu besuchen schnell gefallen. Ein wichtiger Unterschied im Vergleich zum Vorjahr war der Zeitraum – wohingegen die Übung 2018 Mitte März stattfand, wurde sie 2019 in den ersten April Wochen durchgeführt. Aufgrund der Verfügbarkeit des Air Operations Warfare Center, welches die griechische Luftwaffe dort betreibt (auch für die lokale Version von Top Gun), war deren Wahl wieder auf die Basis Andravida gefallen. Wie viele andere Übungen besteht die Übung aus zwei Wochen, inklusive Ankunft und Abflug, und basiert auf dem so genannten „single base concept“ – also auf der Verwendung einer einzigen Haupt Basis (einzige Ausnahme hiervon war die EMB-145H AEW&C der griechischen Luftwaffe).

After the very successful and interesting visit to Iniochos in 2018, the decision to go there again in 2019 was quickly done. A key difference compared to 2018 was timing – whereas in 2018 the exercise occurred in mid-March, it happened two weeks later at the beginning of April in 2019. Due to the fact the HAF runs an air operations warfare center (used as well for the Greek version of Top Gun), the base for the exercise was again Andravida on western Peleponnes. As with many other exercises, the set-up foresees a two week training period, including deployment and re-deployment, based on a single base concept – meaning using a Main Operating Base / MOB (with the only exception being the Hellenic Air Force / HAF EMB-145H AEW&C).

Wie in den Jahren zuvor auch war die Übung eine Invitex – also durchgeführt und geplant von der griechischen Luftwaffe aber mit Einladung und entsprechender Teilnahme von Flugzeugen anderer Länder. Während der Übung liegt der Fokus primär darauf die Besatzungen durch schnell wechselndes simuliertes Kampfgeschehen unter starken Stress zu setzen, weshalb die Crews sich immer wieder an geänderte Situationen anpassen müssen wobei aber gleichzeitig die jeweiligen Missionsziele erreicht werden sollen. Neben den Flugzeugbesatzungen selbst haben auch die Bodenmannschaften Möglichkeiten zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch und Lernen. Ein weiteres interessantes Merkmal ist die fehlende Trennung in blaue (Verbündete) und rote (Gegnerische) Kräfte – alle Flugzeuge fanden sich ja nach Tagesszenario mal auf der einen und mal auf der anderen Seite wieder. Bei den Übungen in der ersten Woche lag der Fokus mehr auf den Luft-Boden Missionen (zum Beispiel Kooperation mit bodengestützten Zielmarkierern sowie der Unterdrückung gegnerischer Luftabwehrkräfte), die zweite Woche bestand dagegen mehr an Operationen über dem Meer.

As in the previous year the training was done as Invitex – so run and managed by the HAF but with invited aircraft from other countries. During the exercise the aim is mainly to put the aircrews under pressure by a challenging battle rhythm enforced by the “frictions of war” – e.g. quickly changing situations requiring the aircrews to adapt and arrange while still reaching the objectives. Besides the aircrew training together, as well the ground crews had exchanges and tried to learn from each other. An additional interesting fact was that there is no clear separation in blue (friendly) or red (enemy) forces – all aircraft found themselves on both sides depending on the scenario of the day. Whereas the main missions flown in the first week were mainly oriented towards air to ground missions (cooperation with Joint Terminal Attack Controller and Suppression of Enemy Air Defence), the second week would focus more on maritime operations.


Die Teilnehmerliste bestand natürlich zuerst einmal aus einem signifikanten Anteil der griechischen Luftwaffe – in Andravida stationierte F-4Es, aber ebenso Mirage 2000 und F-16 aller Staffeln (!) die auch alle nach Andravida verlegten (die meisten mit jeweils vier Maschinen). Ausländische Teilnehmer umfassten F-16 der US Air Force aus Spangdahlem, Mirage 2000-9 aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Israelische F-16 Barak von zwei verschiedenen Staffeln, Italienische Tornado IDS und ECR sowie – mit der ersten Teilnahme an einer internationalen Übung – Italienische F-35A Lighnting II.


The participant list showed of course a large section of the fleet of the Greek air force – home-based F-4Es, but also Mirage 2000s and F-16s from all squadrons (!) – who all deployed to Andravida (most of them with four aircraft). Foreign guests compromised USAF F-16s from Spangdahlem in Germany, Mirage 2000-9s from the United Arab Emirates, Israeli F-16 Baraks from two different squadrons, Italian IDS and ECR Tornados and – performing their first international exercise – Italian F-35A Lightning II.


Die italienischen Lightnings II standen daher bei vielen im Fokus des Interesses – und die Entscheidung die F-35A auf dieser Übung erstmals einzusetzen erfolgte mit guten Gründen. Zum Ersten beinhaltet die Iniochos Übung zahlreiche unterschiedliche Missions-Profile – von Offensiven Luft-Luft Übungen, Luft-Boden Operationen und Training gegen dynamische Ziele über Aufklärungsmissionen zu Rettungs- und Sucheinsätzen im Kampfgebiet – weshalb die Lightning II in vielen verschiedenen Szenarien und Missionen getestet werden konnte. Zum Zweiten konnte die F-35A in gemeinsamen Missionen mit dem Tornado getestet werden, womit man einerseits die Möglichkeiten der Plattform ausprobieren konnte und gleichzeitig mit den eigenen Kräften gemeinsam üben konnte. Zum Dritten wurde mit alliierten Kräften geübt – gemeinsames fliegen und agieren in einem Umfeld mit Flugzeugen mit älteren und neueren Technologien – was als weiteres wichtiges Szenario anzusehen ist. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die F-35A nicht im Stealth Modus eingesetzt wurden – die Maschinen wurden also durch Reflektoren entsprechend „sichtbar“ gemacht. Da „Stealth“ also kein Faktor war, zeigten sich die Lightning II aber aufgrund ihrer Sensor und Daten-Weitergabe Möglichkeiten als entscheidendes Element in der Übung – indem sie alle verbündeten Kräften ein sehr gutes Lagebild ermöglichten. Daher wurden die F-35A sogar teilweise als „Mini-AWACS“ eingesetzt.


The Italian Lightning detachment drew significant attention – and the decision to deploy the F-35A first time there was done with good reasons. First Iniochos always includes various mission profiles – from Offensive Counter Air Operations, Counter Surface Force Operations and Dynamic Targeting to RECCE and Combat Search and Rescue missions – so the Lightning II could be used and tested in various profiles and operations. Second, the F-35A could fly in combined missions with the Italian Tornados – thus offering at the same time the opportunity to explore the capabilities while at the same time training with the own assets. Third and finally the F-35A could be tested in combination with Allies – flying and co-operating with assets from various generations and thereby proving this key quality. It should be mentioned as further remark that the F-35As where not flying in a stealth mode – but always with radar reflectors. As Stealth was not relevant, the Lightning II was during the exercise obviously a game changer due to its sensor and associated sharing capabilities – increasing the situational awareness for all involved forces. Quite logically the F-35A operated as a “mini-AWACS” during some missions.


Im Vergleich zum Vorjahr bestand die Übung auch dieses Jahr wieder aus mehreren Wellen mit Dutzenden von Maschinen. Die Morgenwelle am Tag für die Fotografen begann gegen 10 Uhr und die letzten Maschinen landeten um 13 Uhr. Nach einer Pause begannen die ersten Starts dann wieder gegen 15:30. Diese Welle zeigte dann auch die Anpassungsnotwendigkeit an die Crews. Bis 17:30 starteten immer wieder Flugzeuge wohingegen andere schon wieder landeten – die weiteren Starts wurden vermutlich aufgrund sich verändernder Situationen im Szenario nötig. Am 4ten April erfolgtem am Abend dann noch einige Starts, die nicht direkt Bestandteil der Übung waren. Diese Mission beinhaltete je eine Maschine je Typ und Nation (mit der Ausnahme der Vereinigten Arabischen Emirate) – und beinhaltete einen Überflug über Athen, Patras und Andravida. Dieser letzte Überflug markierte auch das Ende des Tages für die Fotografen.


Compared to last year the operations again were based on waves involving dozens of aircrafts. The morning wave on the photographer day saw first aircraft leaving around 10:00 AM and last aircraft landing around 1PM. A short dull afterwards was followed by a new wave of take-offs from 3:30 PM onwards – and this wave then showed as well the friction mentioned above. Aircraft left until 5:30 PM, maybe needed in the mission set-up due to changed situations. On April 4th the last take-offs in the evening where not part of the exercise itself. This special mission included one aircraft from all participating nations and types (with the exception of the UAE) – which then performed a fly-by at Athens, Patras and Andravida. This last fly-by marked as well the end of the day for us as photographers.


In Bezug auf die Organisation möchten wir uns bei der griechischen Luftwaffe herzlich für die Organisation des Tages bedanken. Wir konnten deutlich die Bemühungen erkennen den Tag angenehm zu gestalten und gut zu organisieren – und auch die Verbesserungen mit Bezug auf Zugang, Transport und Catering im Vergleich zum letzten Jahr möchten wir erwähnen. Wir hoffen auf eine Neuauflage 2020 und hoffen dann wieder auf eine interessante Übung mit herausragenden Foto Möglichkeiten.


In terms of organisation we want to say a Big Thank You to the Hellenic Air Force for organising the day. We could clearly see the interest to make the day enjoyable and the modifications to the organisation of last year with regard to access, transport and catering. We hope for a new edition in 2020 and hope to see again such an interesting exercise and fantastic photo opportunities.


by Florian Szczepanek, May 2019